Digitale Bildung auf die spielerische Art: Die Jungen Tüftler

Digitale Bildung auf die spielerische Art: Die Jungen Tüftler
20
Dez

Bereits im letzten Jahr hat Bundeskanzlerin Angela Merkel prognostiziert, dass das Programmieren zu einer Basisfähigkeit junger Menschen werden wird. Auch der Ruf nach dem verbindlichen Erlernen von Programmiersprachen in den Schulen wird immer lauter. Ohne derlei Kenntnisse sehen viele Experten den Wirtschaftsstandort Deutschland gefährdet und die Umsetzung der vielbeschworenen Industrie 4.0 als unsicher an.

Doch wie lassen sich junge Menschen inner- und außerhalb des schulischen Alltags an informatische Themen und digitale Techniken heranführen? Der altbewährte Frontalunterricht erscheint hierfür nur bedingt sinnvoll, da er stärker auf die Theorie- und Wissensvermittlung ausgelegt ist. Das weiß auch das gemeinnützige Unternehmen Junge Tüftler, das in Berlin und Düsseldorf mobile Lernorte für Kinder und Multiplikatoren (bspw. Lehrende) betreibt. Ziel ist es, Lernenden und Lehrenden einen einfachen Einstieg in die Digitalisierung zu ermöglichen.

Spielerisch den Dingen auf den Grund gehen

Im Mittelpunkt steht daher eine Art Do-it-Yourself-Ansatz, oder – wie es der Name schon sagt – das Tüfteln. Die jungen Tüftler sollen den Dingen spielerisch auf den Grund gehen und durch Begreifen lernen. Digitale Bildung wird mit spielerischem Tüfteln und Making verbunden. Um eine fundierte digitale Bildung vermitteln zu können, konzentriert sich das Unternehmen auf drei inhaltliche Bereiche:

  • Hardware Hacking

Hiermit sollen Kreativität und Verständnis durch das ‚Learning by Doing‘ gefördert werden. Dabei werden Informationskompetenz, Medienkompetenz und Technikkompetenz vermittelt.

  • Creative Coding

Mit Hilfe von kreativem, individuellem Programmieren sollen analytisches und logisches Denken geschult werden. Darüber hinaus werden Problemlösungsstrategien, Kommunikation und Kollaboration gefördert.

  • Hintergrundwissen

Auch das Ausprobieren und Tüfteln finden immer in gewissen gesellschaftlichen wie technischen Kontexten statt. Um diese geht es im Bereich Hintergrundwissen. Der Fokus liegt hierbei auf der Förderung von Flexibilität, Eigeninitiative, Sozialkompetenz, Kulturkompetenz, Führung und Verantwortung.

Kostenfreie Materialien in der Tüftelakademie

Umgesetzt werden diese Inhalte im Rahmen regelmäßiger Kurse, wie etwa „Kreatives Tüfteln und Programmieren“ sowie an Projekttagen, die in Zusammenarbeit mit Schulen durchgeführt werden können. Hierbei können die Lernenden nicht nur von Mentoren und Lehrern, sondern auch voneinander lernen. Unterschiedliche Wissensstände können miteinbezogen und genutzt werden.

Copyright: Matthias Leitzke

Copyright: Matthias Leitzke

Zudem entwickelt das Team gemeinsam mit Lehrern eigene Unterrichtsinhalte, die sie mit OER-Lizenzen kostenfrei in der eigenen Tüftelakademie zur Verfügung stellt.

Expertenteam und vielfältiges Netzwerk

Hinter den jungen Tüftler steht ein Team von Experten aus unterschiedlichen Bereichen – allesamt mit mehrjähriger Erfahrung im Lehrertraining und mit digitalen Projekten für Kinder, dass sich um die Organisation und Durchführung der unterschiedlichen Aktivitäten und Formate kümmert. Interessierte Mentoren können sich auch auf der Unternehmens-Webseite bewerben.
Inzwischen können die jungen Tüftler auf eine Liste namhafter Unterstützer blicken, die sie sich über die Jahre hinweg erarbeitet haben. Hierzu gehören staatliche Institutionen wie das Bundesministerium für Bildung und Forschung, industrielle Partner wie die Volkswagen AG, Stiftungen wie die Vodafone Stiftung aber auch Interessenverbände wie etwa bitkom. Die Mischung aus freien, staatlichen und industriellen Partnern ist den Gründern indes wichtig, um aus allen Bereichen lernen und Synergien erzeugen zu können.
Interessierte Lehrende, Schulen und Schüler finden unter der Rubrik „Mitmachen“ verschiedene Angebote im Düsseldorf und Berlin sowie Möglichkeiten sich zu beteiligen.

Links

Webseite des gemeinnützigen Unternehmens „Junge Tüftler“: http://junge-tueftler.de/

 

Facebook-Auftritt der jungen Tüftler: https://www.facebook.com/jungetueftler/

 

Twitter Feed des Unternehmens: https://twitter.com/jungetueftler?lang=de