Lokal und digital: Das Bündnis für digitale Bildung

Lokal und digital: Das Bündnis für digitale Bildung
12
Apr

In loser Reihe porträtieren wir in unserem Blog verschiedene Initiativen zur digitalen Bildung. Die meisten von ihnen wurden entweder von Stiftungen, großen Unternehmen und Vereinen gegründet oder sind aus Kooperationen dieser entstanden. Beim Bündnis für digitale Bildung verhält es sich indes ein wenig anders, wurde es doch gemeinsam von Eltern und Lehrern des Gymnasium Martinum in Emsdetten ins Leben gerufen.

Eltern und Lehrer als Partner

Den Kern des Bündnis für digitale Bildung bildet die Auffassung, dass „Medienerziehung nicht allein durch die Schule oder allein durch die Eltern geleistet werden“ kann. Vielmehr seien beide Seiten für die Werte- und Kompetenzvermittlung hinsichtlich der (digitalen) Mediennutzung zuständig. Um diesen Prozess erfolgreich gestalten zu können, benötige es eine gemeinsame Basis. Diese zu schaffen, hat sich die Initiative zum Ziel gesetzt. Unterstützt wird die Gruppe dabei von einem externen Medienberater.

Lehrer und Eltern sollen so miteinander und voneinander lernen, wie sie den neu entstandenen Anforderungen entsprechen können. Dabei wird auch das Wissen der Schülerinnen und Schüler miteinbezogen. Da diese sich häufig mit größerer Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit im digitalen Raum bewegen, sind sie beispielsweise in der Lage, einen Einblick in relevante Programme und Apps sowie deren Nutzungsmuster zu geben.

Im Netz und vor Ort

Die Aktivitäten des Bündnisses konzentrieren sich sowohl auf die eigene Website als auch auf Beratungsmöglichkeiten in der Schule. Hierzu gehören Elternsprechtage und Themenabende, auf denen unter anderem Apps vorgestellt und über deren Nutzen und Risiken diskutiert wird (bspw. YouTube und Instagram).

Der Internetauftritt bündelt verschiedene nützliche Ressourcen rund um das Thema „Digitale Bildung“. So werden etwa die gängigsten Social-Media-Apps in Form von Steckbriefen vorgestellt. Diese geben einen Überblick über Funktionsweise, Nutzerzahlen, Kosten, Altersbeschränkung, Historie, Sicherheit, Datenschutz sowie wichtige Einstellungen und helfen dabei, einen umfassenden ersten Eindruck zu bekommen.

Unter der Rubrik „Rat und Tat“ finden sich auch von Schülern erstellte Inhalte. Neben regelmäßigen Umfragen zu verschiedenen Themen, beispielsweise der Nutzung von Smartphones in der Schule oder dem besten Zeitpunkt zum Abschalten des Handys, werden hier auch „Gedanken zur Handy-Nutzung“ sowie ein „Mediennutzungsvertrag in der Familie“ vorgestellt und Tipps zu alternativen Browsern gesammelt.  Weitere relevante Ressourcen von anderen Anbietern finden sich unter dem Reiter „Hilfen im Netz“.

Lokal digital

Das Bündnis für Bildung zeigt, dass die Bedeutung von digitaler Bildung auch auf lokaler Ebene erkannt wird. Durch den direkten Austausch zwischen Eltern und Lehrern sowie die gemeinschaftlich erarbeitete Wissensbasis, kann eine stringente Medienerziehung gewährleistet werden. Darüber hinaus deckt die Zusammenarbeit von Erziehungsberechtigten und Lehrenden zwei der drei von der Initiative D21 im Rahmen ihrer Sonderstudie „Schule Digital“ identifizierten Bildungsumgebungen, in denen Schüler Digitalkompetenzen erlernen können, ab: Die Lehrwelt und die Lernwelt.